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Farbloser Topas: Härte 8 und trotzdem zerbrechlich

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Topas hat Härte 8. Nach Diamant und Korund ist er damit der härteste Stein, dem man im Schmuck regelmäßig begegnet. Und er ist trotzdem derjenige, der am Werktisch am ehesten durchbricht – nicht abgeschliffen wird, sondern glatt in zwei Teile fällt. Härte und Bruchfestigkeit sind zwei verschiedene Eigenschaften. Topas ist das Lehrbuchbeispiel dafür, und farbloser Topas ist die Variante, bei der es am häufigsten schiefgeht – weil er als günstige Alternative zu Diamant und weißem Saphir verkauft und dann auch so behandelt wird. Eine Ebene, an der alles hängt Topas besitzt eine vollkommene basale Spaltbarkeit : eine einzige Ebene, quer zur langen Kristallachse. Kein Netz von Rissen, keine zwei Richtungen wie beim Kyanit – genau eine Fläche, entlang derer die Bindungen im Gitter schwächer sind als sonst. Was das bedeutet: Ein Schlag, ein Hebel oder ein einseitiger Druck in der falschen Richtung tre...

Morganit: warum ein Karat hier viel größer aussieht

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Ein Ein-Karat-Morganit misst rund 6,7 Millimeter. Ein Ein-Karat-Saphir in derselben Form misst 6,0. Gleiches Gewicht, aber knapp ein Drittel mehr sichtbare Fläche – und genau daher kommt der Preisvergleich, der beim Morganit regelmäßig schiefgeht. Morganit ist rosa Beryll, dasselbe Mineral wie Smaragd und Aquamarin, nur mit Mangan statt Chrom oder Eisen. Er wird oft neben rosa Saphir gestellt, und das ist ein sinnvoller Vergleich – solange man weiß, dass Karat hier nicht dasselbe bedeutet. Ein Name aus dem Jahr 1911 Der Stein heißt nach einem Bankier. George Frederick Kunz, Chefgemmologe bei Tiffany, schlug 1911 vor, den rosa Beryll nach John Pierpont Morgan zu benennen – Kunz’ wichtigstem Sammler und Auftraggeber. Das ist erwähnenswert, weil es die Ausnahme ist: Anders als „Wassersaphir“ oder „Cape Ruby“ borgt sich dieser Handelsname nicht den Namen eines anderen Minerals. „Morganit“ verspricht nichts, was der Stein nicht ist. Das ist mehr wert, als es klingt. Wie das ...

Tansanit oder Saphir? Der blaue Stein mit drei Farben

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Tansanit sieht auf dem Foto aus wie ein besonders schöner Saphir und kostet oft weniger. Beim Tragen zeigt sich, warum: Es sind zwei sehr verschiedene Steine, und der Unterschied liegt nicht in der Farbe, sondern in der Belastbarkeit. Was Tansanit ist Ein Handelsname, kein Mineralname. Dahinter steckt eine blau-violette Varietät des Minerals Zoisit , gefärbt durch Vanadium. Der Name stammt von Tiffany & Co., und er hat einen konkreten Grund: Die einzige wirtschaftlich bedeutende Lagerstätte der Welt liegt in den Merelani-Hügeln im Norden Tansanias. Das ist der interessanteste Punkt an diesem Stein – ein einziges Vorkommen auf der Erde. Bei Saphir ist es das genaue Gegenteil: Korund findet sich auf mehreren Kontinenten, und im Labor lässt er sich beliebig herstellen. Die Tabelle   Saphir (Korund) Tansanit (Zoisit) Härte (Mohs) 9 6–7 Dichte 4,00 rund 3,35 Farben aus verschiedenen Richtungen zwei drei – Blau, Violett, Rötlichbraun Behandlung hä...

Spinell: der Stein, der für Rubin gehalten wurde

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Im vorderen Kreuz der britischen Imperial State Crown sitzt ein 170-Karat-Stein, der seit Jahrhunderten „Black Prince’s Ruby“ heißt. Er ist kein Rubin. Er ist ein Spinell – und er ist nicht der einzige. Der ebenfalls zu den Kronjuwelen gehörende „Timur Ruby“ von rund 352 Karat galt lange als größter Rubin der Welt. 1851 stellte sich heraus: auch Spinell. Warum das so lange niemand merkte Bis ins späte 18. Jahrhundert hieß jeder rote Edelstein schlicht Rubin. Die Unterscheidung war keine Nachlässigkeit, sondern schlicht nicht möglich: Es gab weder eine Kristallchemie noch die Geräte, mit denen man zwei rote, harte, glänzende Steine hätte trennen können. Erst als Mineralogen anfingen, Kristallformen und Zusammensetzungen systematisch zu erfassen, wurde klar, dass hier zwei verschiedene Minerale unter einem Namen liefen – und dass ein erheblicher Teil der berühmtesten „Rubine“ Europas zur zweiten Gruppe gehörte. Was Spinell eigentlich ist   Rubin (Korund) Sp...

Grüner Stein, aber welcher? Smaragd, Peridot, Turmalin

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Grün ist die Farbe mit den meisten Kandidaten. Sechs Steine kommen ernsthaft in Frage, und im Gegensatz zu Rot und Blau führt hier kein einzelner Test zum Ziel – aber zwei zusammen schon. Die Kandidaten Stein Mohs Dichte Auffälligstes Merkmal Grüner Saphir 9 rund 4,00 schwerste und härteste der Gruppe Smaragd (Beryll) 7,5–8 rund 2,7 sehr leicht; fast immer Einschlüsse Peridot 6,5–7 3,3–3,4 Facettenkanten doppelt sichtbar Turmalin 7–7,5 3,0–3,3 sehr starker Pleochroismus Tsavorith (Granat) 7–7,5 3,6–3,7 keine zwei Farben, kein Doppeln Glas 5–6 rund 2,5 Bläschen, weich Prüfung 1: Wiegen Die Dichte allein räumt hier schon viel weg: Um 4,0 – grüner Saphir. Kein anderer grüner Kandidat ist annähernd so schwer. 3,6 bis 3,7 – Tsavorith. 3,0 bis 3,4 – Peridot oder Turmalin. Um 2,7 – Smaragd. Um 2,5 – Glas. Smaragd und Glas liegen dabei unangenehm nah beieinander – für diese beiden entscheidet die zweite Prüfung. Wie gemess...

Seide im Stein: von Rutilnadeln zu Stern und Katzenauge

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In manchen Korunden sitzen mikroskopisch feine Nadeln aus Rutil – so dünn, dass man sie einzeln nicht sieht, aber zahlreich genug, um dem Stein ein mattes Schimmern zu geben. Gemmologen nennen das Seide . Aus ihr entsteht, richtig geschliffen, entweder ein Lichtstreifen oder ein Stern. Was Seide ist Während Korund in der Erde langsam abkühlt, kann gelöstes Titan nicht im Gitter bleiben und scheidet sich als winzige Rutilnadeln aus. Die Nadeln richten sich dabei nicht zufällig aus, sondern folgen der Struktur des Wirtskristalls: in drei Richtungen, jeweils 60 Grad zueinander. Unter der Lupe sieht das aus wie ein feines, gerichtetes Gespinst – daher der Name. Mit bloßem Auge macht sich Seide als leichte Trübung bemerkbar, die dem Stein Tiefe gibt und ihm zugleich etwas Brillanz nimmt. Warum Seide ein Herkunftshinweis ist Seide entsteht durch langsames Abkühlen über geologische Zeiträume. Eine Flammenschmelz-Birne kühlt in Stunden ab – für die Entmischung bleibt keine Zeit....

Pleochroismus: zwei Farben aus zwei Richtungen

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Drehen Sie einen Saphir langsam vor dem Auge, und die Farbe kippt: einmal violettstichig, einmal grünstichig. Das ist kein Lichtspiel und keine Einbildung – es ist eine Materialeigenschaft, und sie ist einer der nützlichsten Tests, die man ohne Labor durchführen kann. Was da passiert In einem Kristall wie Korund hängt es von der Richtung ab, wie stark Licht auf seinem Weg durch das Gitter geschluckt wird. Zwei Strahlen, die unterschiedlich durch den Stein laufen, kommen deshalb mit unterschiedlicher Farbe wieder heraus. Korund hat genau eine ausgezeichnete Achse und damit zwei mögliche Farben. Der Fachbegriff dafür ist Dichroismus – Zweifarbigkeit. Bei Steinen mit zwei Achsen sind es drei Farben, dann heißt es Trichroismus; der Oberbegriff für beides ist Pleochroismus. Rubin: ein purpurstichiges und ein orangestichiges Rot. Blauer Saphir: ein violettstichiges und ein grünstichiges Blau – hier ist der Effekt am deutlichsten. Warum das der beste Ausschlusstest ist Weil...

Blauer Stein, aber welcher? Saphir, Topas, Spinell, Glas

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Ein blauer Stein liegt vor Ihnen, und im Angebot stand nur „blauer Edelstein“. Sechs Kandidaten kommen ernsthaft in Frage – und mit drei Prüfungen, die alle ohne Labor auskommen, lässt sich das Feld auf einen oder zwei eingrenzen. Die Kandidaten Stein Mohs Dichte Zwei Farben? Saphir (Korund) 9 4,00 ja, deutlich Blautopas 8 3,53–3,56 schwach Spinell 8 3,58–3,61 nein Tansanit 6–7 3,35 ja, drei Farben Zirkonia (CZ) 8–8,5 5,70 nein Glas 5–6 rund 2,5 nein Prüfung 1: Wiegen Die Dichte trennt das Feld sofort in drei Gruppen, und dafür brauchen Sie nur eine Feinwaage und ein Glas Wasser: Um 5,7 – Zirkonia. Kein anderer Kandidat kommt in die Nähe. Um 4,0 – Saphir. 3,3 bis 3,6 – Topas, Spinell oder Tansanit; hier muss weiter geprüft werden. Um 2,5 – Glas. Wie die Messung praktisch geht, steht in Die Dichte verrät den Stein...

Wie lange dauert welches Schmuckprojekt wirklich?

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Anleitungen sagen „in einer Stunde fertig“ und meinen die Zeit, in der jemand arbeitet, der es kann. Beim ersten Mal ist es das Zwei- bis Dreifache – und das ist kein Versagen, sondern der Normalfall. Hier stehen ehrliche Zahlen: einmal für den ersten Versuch, einmal für den fünften. Damit Sie einen Abend richtig einplanen können. Die Tabelle Projekt Beim ersten Mal Mit Übung Anhänger mit Klebeschale 30 Min. + Trockenzeit 10 Min. + Trockenzeit Anhänger mit Klemmöse 15 Min. 3 Min. Ohrstecker-Paar 45 Min. 20 Min. Wire-Wrapping-Anhänger 1,5–2 Std. 30 Min. Zargenfassung, Anhänger 2–3 Std. 45 Min. Ring auf verstellbarem Rohling 1,5 Std. 30 Min. Brosche 1 Std. + Trockenzeit 20 Min. + Trockenzeit Halbmemoire-Ring, 11 Steine ein Wochenende 3–4 Std. Die Zeit, die in keiner Tabelle steht Drei Posten werden fast immer vergessen, und zusammen sind sie oft länger als...