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Zirkon ist nicht Zirkonia: zwei Steine, ein Wortstamm

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Zwei Buchstaben Unterschied, und dahinter zwei völlig verschiedene Steine. Zirkon ist ein natürliches Mineral, das seit Jahrtausenden aus der Erde kommt. Zirkonia ist ein Laborprodukt aus den 1970er Jahren. Sie teilen ein chemisches Element und sonst fast nichts. Die Verwechslung ist bequem für Verkäufer und teuer für Käufer – in beide Richtungen. Wer „Zirkon“ liest und Zirkonia bekommt, zahlt zu viel. Wer „Zirkonia“ liest und Zirkon übersieht, verpasst einen der optisch interessantesten Steine überhaupt. Was die beiden wirklich sind Zirkon ist Zirkoniumsilikat, ZrSiO 4 . Ein Mineral, tetragonal kristallisierend, doppelbrechend. Die ältesten datierten Kristalle der Erde sind Zirkone – sie sind rund 4,4 Milliarden Jahre alt. Zirkonia , vollständig kubisches Zirkoniumdioxid, ist ZrO 2 . Kein Silikat, kein Mineral, kubisch und damit einfachbrechend. Es entsteht im Schmelzofen und braucht einen Stabilisator – meist Yttrium- oder Calciumoxid –, damit die kubische Form bei Zim...

Morganit: warum ein Karat hier viel größer aussieht

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Ein Ein-Karat-Morganit misst rund 6,7 Millimeter. Ein Ein-Karat-Saphir in derselben Form misst 6,0. Gleiches Gewicht, aber knapp ein Drittel mehr sichtbare Fläche – und genau daher kommt der Preisvergleich, der beim Morganit regelmäßig schiefgeht. Morganit ist rosa Beryll, dasselbe Mineral wie Smaragd und Aquamarin, nur mit Mangan statt Chrom oder Eisen. Er wird oft neben rosa Saphir gestellt, und das ist ein sinnvoller Vergleich – solange man weiß, dass Karat hier nicht dasselbe bedeutet. Ein Name aus dem Jahr 1911 Der Stein heißt nach einem Bankier. George Frederick Kunz, Chefgemmologe bei Tiffany, schlug 1911 vor, den rosa Beryll nach John Pierpont Morgan zu benennen – Kunz’ wichtigstem Sammler und Auftraggeber. Das ist erwähnenswert, weil es die Ausnahme ist: Anders als „Wassersaphir“ oder „Cape Ruby“ borgt sich dieser Handelsname nicht den Namen eines anderen Minerals. „Morganit“ verspricht nichts, was der Stein nicht ist. Das ist mehr wert, als es klingt. Wie das ...

Erhitzt, diffundiert, glasgefüllt: Behandlungen bei Rubin und Saphir

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Der überwiegende Teil aller Rubine und Saphire im Handel ist behandelt. Nicht ein paar Prozent – die große Mehrheit. Wer „natürlich“ hört und daran denkt, der Stein sei so aus der Erde gekommen, liegt in den meisten Fällen falsch. Das ist kein Skandal, sondern jahrhundertealte Praxis. Problematisch wird es an genau zwei Stellen: wenn die Behandlung nicht offengelegt wird, und wenn sie den Stein heimlich fragil macht. Die vier Stufen Behandlungen bei Rubin und Saphir Vier Stufen von unbehandelt bis glasgefüllt, jeweils mit Dauerhaftigkeit, Handelsüblichkeit und Auswirkung auf den Wert. Unbehandelt erzielt einen Aufschlag, Erhitzen gilt als Marktstandard, Diffusion senkt den Wert deutlich, Glasfüllung macht den Stein nahezu wertlos und empfindlich. BEHANDLUNG DAUERHAFT? HANDELSÜBLICH? WERT Unbehandelt Selten. Der Stein kam so aus der Erde. Bei feiner Qualität immer mit Laborzertifikat. — selten...