Silber, Edelstahl, Messing: Welches Metall zu Ihrem Stein passt

Der Stein kostet vier Euro, die Fassung entscheidet über alles andere: ob das Stück anläuft, ob es sich löten lässt, ob es jemand mit empfindlicher Haut tragen kann. Bei Laborkorund ist das Metall die eigentliche Materialentscheidung.

Dieser Beitrag vergleicht die drei Metalle, die im Bastelbedarf tatsächlich vorkommen – und nennt für jedes den Fall, in dem es die richtige Wahl ist.

Die drei im Überblick

  925er Silber Edelstahl 316L Messing / Bronze
Läuft an ja, deutlich nein ja, stark
Zarge drückbar sehr gut kaum – zu hart gut
Lötbar zu Hause ja nein ja
Hautverträglich meist am besten oft problematisch
Preis hoch sehr niedrig niedrig

925er Silber: das Metall zum Fassen

Sterlingsilber ist weich genug, dass sich ein Zargenrand mit dem Fassungsdrücker sauber umlegen lässt, und hart genug, dass er danach hält. Es lässt sich löten, sägen, feilen und polieren, und es kostet trotzdem einen Bruchteil von Gold.

Wenn Sie fassen wollen, nehmen Sie Silber. Alles, was in Der Fassungsdrücker steht, setzt praktisch Silber voraus.

Der Preis dafür ist das Anlaufen: Silber reagiert mit Schwefelverbindungen aus der Luft und wird dunkel. Das ist kein Schaden und lässt sich entfernen – wie, steht in Labor-Rubin und -Saphir reinigen.

Edelstahl 316L: das Metall zum Tragen

316L ist der chirurgische Edelstahl, aus dem Ohrstecker und Ketten im Bastelbedarf bestehen. Er läuft nicht an, ist praktisch unzerstörbar und kostet fast nichts.

Vor allem aber: Er gibt sehr wenig Nickel ab. Das ist der Punkt, der ihn für alles qualifiziert, was direkt und dauerhaft auf der Haut liegt – und besonders für alles, was durch ein Ohrloch geht.

Zum Nickel: Die EU begrenzt in der REACH-Verordnung (Anhang XVII) die Nickelfreisetzung aus Gegenständen, die längeren Hautkontakt haben – für Teile, die in durchstochene Körperstellen eingeführt werden, gilt der strengste Wert. Deshalb sind Ohrstecker aus 316L Standard und Modeschmuck-Legierungen unbekannter Zusammensetzung keine gute Idee. Mehr dazu in Ohrstecker mit Laborsteinen.

Der Nachteil ist die Härte: Eine Edelstahlzarge lässt sich von Hand kaum sauber umlegen, und löten können Sie ihn zu Hause nicht. Edelstahlteile werden deshalb geklebt, nicht gefasst – siehe Die Cabochon-Schale.

Messing und Bronze: das Metall für die Farbe

Messing sieht aus wie Gold und kostet wie Blech. Für warme Steintöne – Rubin, Padparadscha, gelber Saphir – ist das gestalterisch reizvoll, und es lässt sich gut bearbeiten und löten.

Zwei Einschränkungen, beide ernst zu nehmen:

  • Es läuft schnell an, deutlich schneller als Silber, und die Patina ist grünlich statt dunkel.
  • Zusammensetzung oft unbekannt. Billiges Messing aus unklarer Quelle kann Nickel oder Blei enthalten. Für Broschen und Anhänger über der Kleidung unkritisch; für Ringe und Ohrringe würde ich es lassen.

Die Zuordnung nach Projekt

  • Anhänger mit gefasstem Cabochon → 925er Silber. Die Zarge muss sich drücken lassen.
  • Ohrstecker, Brisuren, alles am Ohrloch → 316L. Ohne Diskussion.
  • Ring zum täglichen Tragen → Silber, wenn Sie fassen; 316L, wenn Sie kleben.
  • Brosche, Haarschmuck, Manschettenknöpfe → alles möglich, hier entscheidet die Optik. Diese Teile liegen kaum auf der Haut.
  • Erstes Übungsstück → Messing. Wenn es misslingt, tut es nicht weh.

Was mit dem Stein passiert

Erfreulich wenig. Korund ist gegen alles unempfindlich, was Sie dem Metall antun: Politurpaste, Silberbad, Ultraschall am blanken Stein – nichts davon greift Härte 9 an.

Zwei Ausnahmen betreffen nicht den Stein, sondern die Verbindung: Klebstoff löst sich im Ultraschallbad, und Hitze beim Löten kann einen bereits gefassten Stein durch Temperaturschock sprengen. Beides steht ausführlich in Labor-Korund und Hitze.

Fazit

Silber zum Fassen, Edelstahl zum Tragen, Messing zum Üben. Diese drei Sätze decken die allermeisten Projekte ab.

Und weil der Stein bei Laborkorund die billigste Zutat ist, lohnt es sich, beim Metall nicht zu sparen: Ein Vier-Euro-Rubin in einer ordentlichen Silberfassung ergibt ein Stück, das man dreimal so teuer schätzt. Umgekehrt funktioniert es nicht.

Weiterlesen: Welche Fassung passt zu welchem Stein? ordnet Fassungsart und Steinform zu, und Grundausstattung nennt das nötige Werkzeug.

Welches dieser Metalle die Haut verträgt – und was die EU dazu vorschreibt: Nickelallergie: welche Metalle sicher sind.

Wenn zwei Metalle in einem Stück zusammenkommen sollen: Gold und Silber mischen.

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