Die Haarspange: Der größte Stein, den Sie tragen können

Am Ohr wirkt ein 20-mm-Stein zu groß. Am Finger ist er unpraktisch. Am Hals konkurriert er mit dem Ausschnitt. Es gibt genau einen Ort, an dem ein großer Laborstein selbstverständlich sitzt und niemand nach dem Preis fragt: im Haar.

Und es gibt einen zweiten Grund, warum ausgerechnet Korund dafür taugt: Haarspangen fallen herunter, und man tritt darauf.

Warum Korund das richtige Material dafür ist

  • Härte 9. Eine Spange landet regelmäßig auf Fliesen, im Waschbecken, in der Handtasche zwischen Schlüsseln. Quarzstaub bei Härte 7 kommt an Korund nicht heran.
  • Keine Spaltbarkeit. Ein Stoß lässt den Stein nicht auseinanderbrechen – anders als bei manchen natürlichen Schmucksteinen.
  • Chemisch inert. Haarspray, Trockenshampoo, Farbe: Aluminiumoxid reagiert mit nichts davon. Das Metall ist die empfindliche Hälfte, nicht der Stein.
  • Der Preis. Ein Stück, das man verliert oder zertritt, sollte nicht wehtun.

Die Bauarten

Form Hält in Bemerkung
Französische Spange
Automatikverschluss
mittlerem bis dickem Haar der Standard; hält eine ganze Partie, einhändig zu schließen
Krokodilklemme jedem Haar hält am stärksten, knickt aber feines Haar ab
Haarnadel / U-Pin Steckfrisuren trägt wenig Gewicht; für einen schweren Stein ungeeignet
Haarreif allem große Fläche für Steine, drückt aber nach Stunden hinter dem Ohr

Für ein erstes Stück ist die französische Spange die naheliegende Wahl: Sie hat eine ebene Fläche für den Stein, sie hält zuverlässig, und es gibt sie in jeder Länge.

Die Größe

  • 40 bis 60 mm Spange für eine seitliche Partie oder dünnes Haar.
  • 70 bis 90 mm für einen halben Pferdeschwanz oder dickes Haar.
  • Der Stein darf groß sein: 14 bis 25 mm Cabochon. Kleiner wirkt verloren, weil die Spange selbst schon breit ist.

Der Haken, den man vorher wissen muss

Viele Spangenrohlinge sind gebogen. Das ist gut für den Kopf und schlecht für einen flachen Cabochon: Er berührt die Wölbung nur in der Mitte, an den Enden bleibt ein Spalt, und dort bricht die Klebung als Erstes. Prüfen Sie vor dem Bestellen, ob die Klebefläche eben ist – oder wählen Sie einen kleineren Stein, der auf dem flachen Mittelteil Platz findet.

Die zweite Lösung: mehrere kleine Steine statt eines großen. Drei 8-mm-Cabochons folgen der Wölbung problemlos – und verbrauchen die Steine, die aus einer Vierer-Bestellung übrig geblieben sind (siehe Zwei Steine, die zusammenpassen).

Der Zusammenbau

  1. Trockenprobe auf der Spange, im Licht von der Seite betrachtet. Sehen Sie unter dem Stein Licht durchscheinen, ist die Fläche zu stark gebogen.
  2. Beide Flächen mit Isopropanol entfetten. Neue Spangen tragen häufig Fertigungsöl.
  3. Zwei-Komponenten-Epoxid, etwas großzügiger als sonst – hier überbrückt der Kleber auch eine leichte Wölbung. Kein Sekundenkleber: Er ist zu spröde für ein Teil, das beim Öffnen federt.
  4. Aufsetzen, leicht drehend andrücken, austretenden Kleber sofort mit einem Zahnstocher abnehmen.
  5. 24 Stunden aushärten, Spange geschlossen und flach abgelegt.
  6. Vor dem ersten Tragen einmal öffnen und schließen und dabei den Stein beobachten. Die Spange arbeitet beim Öffnen – wenn die Klebung das nicht mitmacht, merken Sie es lieber jetzt.

Was der Spange schadet

  • Haarspray auf dem Metall. Dem Stein ist es egal, aber auf der Spange bildet sich ein klebriger Film, der Staub bindet. Gelegentlich mit einem feuchten Tuch abwischen, nicht einweichen – der Stein ist geklebt.
  • Die Feder überdehnen. Französische Spangen halten viel aus, aber nicht das gewaltsame Aufbiegen über den Anschlag hinaus.
  • Zu schwer für feines Haar. Ein großer Stein auf einer kurzen Spange rutscht heraus. Dann lieber eine längere Spange nehmen – sie greift mehr Haar.

Fazit

Französische Spange, ebene Klebefläche prüfen, großzügig Epoxid, ein Tag Wartezeit. Materialkosten unter zwei Euro, und das Ergebnis verträgt genau die Behandlung, die Haarschmuck im Alltag bekommt.

Es ist auch das Projekt, in dem die übrig gebliebenen Steine aus allen anderen Projekten sinnvoll unterkommen.

Weiterlesen: Die Brosche ist das andere Projekt für große Steine, und Die Cabochon-Schale erklärt das Klebeprinzip im Detail.

Dasselbe Klebeprinzip am Ohr, ebenfalls ohne Ohrloch: Ohrclips.

Wie groß ein Stein überhaupt werden darf: Ab zehn Millimetern.

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