Den eigenen Stein fotografieren: sechs Handgriffe

Irgendwann wollen Sie ein Stück zeigen – jemandem schicken, ins Netz stellen, verkaufen. Und dann stellt sich heraus: Der Stein, der auf dem Tisch tief rot leuchtet, sieht auf dem Handyfoto grau und flach aus.

Das liegt fast nie an der Kamera. Es liegt an drei Dingen, die man in zehn Minuten ändern kann.

1. Licht: eine Quelle, seitlich, diffus

Der häufigste Fehler ist die Deckenlampe von oben plus Blitz von vorn. Das ergibt einen weißen Reflex mitten auf der Tafel und tote Facetten drumherum.

Besser: ein Fenster, seitlich, ohne direkte Sonne. Dazu ein Blatt Papier auf der Gegenseite als Aufheller. Kein Blitz.

Wenn Sie künstliches Licht nehmen, nehmen Sie eine Farbtemperatur – nicht Tageslicht und Glühlampe gemischt. Warum derselbe Rubin unter zwei Lampen zwei Rot zeigt, steht in Dasselbe Rot, zwei Lampen.

2. Hintergrund: mittelgrau statt weiß

Weiß klingt sauber, ist aber der Grund für die meisten grauen Steine: Die Kamera misst die große helle Fläche, dunkelt ab, und der Stein säuft mit ab.

Nehmen Sie mittelgrau oder ein gedämpftes Schwarz. Ein Stück grauer Karton reicht. Wenn es doch weiß sein soll, korrigieren Sie die Belichtung manuell um ein bis zwei Stufen nach oben.

3. Abstand: weg vom Makro-Reflex

Handykameras kommen sehr nah heran – und genau dann verdeckt das Gerät das Licht und spiegelt sich in der Tafel. Gehen Sie zwanzig bis dreißig Zentimeter weg und schneiden Sie danach zu. Die Auflösung reicht dreimal.

Zwei weitere Handgriffe, die mehr bringen als jede Bildbearbeitung:

  • Tippen Sie auf den Stein, um scharfzustellen und zu belichten. Danach den Belichtungsregler leicht nach unten ziehen – Steine vertragen etwas Unterbelichtung, das sättigt die Farbe.
  • Stellen Sie den Stein leicht schräg. Genau senkrecht von oben zeigt eine flache Scheibe. Zehn bis zwanzig Grad Neigung lassen die Facetten arbeiten.

4. Der Maßstab – das, was fast alle weglassen

Ein Edelsteinfoto ohne Größenbezug ist wertlos, weil ein 4-mm-Stein und ein 10-mm-Stein formatfüllend identisch aussehen. Legen Sie etwas daneben, dessen Maß jeder kennt:

  • ein Lineal oder ein Messschieber, direkt am Stein,
  • eine 1-Cent-Münze (16,25 mm),
  • oder der Stein auf einer Fingerkuppe.

Das ist genau die Angabe, deren Fehlen wir Verkäufern vorwerfen – siehe Produktfotos bei Edelsteinen lesen. Wer selbst fotografiert, sollte es besser machen.

5. Sauber machen, kurz vorher

Fingerabdrücke auf der Tafel sieht man auf dem Foto sofort und in echt fast nie. Ein Mikrofasertuch, ein Hauch Atem, fertig. Bei einem gefassten Stein kommt Staub unter der Zarge dazu – dafür ein weicher Pinsel. Was hilft und was schadet, steht in Labor-Rubin und -Saphir reinigen.

6. Und die eine Regel zum Bearbeiten

Helligkeit und Ausschnitt: ja. Weissabgleich, wenn die Farbe daneben liegt: ja.

Sättigung hochziehen: nein. Genau das machen die Angebote, über die wir uns beschweren. Ein Foto, das mehr verspricht als der Stein hält, fällt spätestens auf, wenn jemand das Stück in der Hand hält – und wenn Sie verkaufen, ist es ein rechtliches Problem, kein ästhetisches.

Die Kurzfassung

Fenster seitlich, grauer Karton, dreißig Zentimeter Abstand, leicht schräg, Messschieber daneben, kein Blitz, keine Sättigung. Das ist alles – und es schlägt jede Kamera, die dieselben Fehler mit mehr Megapixeln macht.

Weiterlesen: Dasselbe Rot, zwei Lampen erklärt, warum die Lichtquelle die Farbe bestimmt, und Verschenken und verkaufen, was beim Weitergeben dazugehört.

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