Aufbewahrung: Der gefährlichste Nachbar ist ein zweiter Rubin

Der häufigste Schaden an einem Laborstein entsteht nicht beim Tragen. Er entsteht in der Schublade – durch einen anderen Laborstein.

Härte 9 schützt zuverlässig vor allem, was weicher ist. Vor sich selbst schützt sie nicht.

Warum Korund Korund zerkratzt

Die Mohs-Härte sagt nur, was was ritzt. Ein Material ritzt alles Weichere – und alles gleich Harte gleich mit. Zwei Korunde, die aneinander reiben, hinterlassen deshalb gegenseitig Spuren, obwohl beide zu den härtesten Schmucksteinen überhaupt gehören.

Im Alltag ist das kein Problem: Was am Finger vorbeikommt, ist Quarzstaub bei Härte 7, Stahl bei 6,5, Sand, Papier, Textil. Alles harmlos. Kritisch wird es genau dort, wo Schmuck ungeschützt beieinander liegt.

Nachbar in der Schale Gefährlich für Korund?
Silber, Gold, Edelstahl Nein – deutlich weicher. Umgekehrt zerkratzt der Stein das Metall.
Zirkonia, Glas, Perlen Nein – weicher. Perlen sind sogar sehr empfindlich und leiden.
Ein anderer Rubin oder Saphir Ja – gleiche Härte, gegenseitige Kratzer an Kanten und Facetten.
Moissanit (9,25) Ja – härter, hinterlässt Spuren.
Diamant (10) Ja, am stärksten – ritzt jeden Korund mühelos.

Der Schaden zeigt sich zuerst an der Rundiste – der dünnen Kante zwischen Ober- und Unterteil. Dort ist das Material am sprödesten, und dort entstehen die feinen Ausbrüche, die einen Stein später matt und „benutzt“ wirken lassen.

Die Lösung ist unspektakulär

Jedes Stück einzeln. Das ist die ganze Regel. Ob Beutel, Kasten mit Fächern oder einzelne Döschen, ist zweitrangig – entscheidend ist nur, dass sich zwei harte Steine nicht berühren können.

Weiche Beutel haben dabei drei praktische Vorteile gegenüber einem Kasten: Sie kosten fast nichts, sie passen in jede Schublade und jeden Koffer, und man kann sie mitnehmen, ohne Platz zu verlieren.

Das zweite Problem: Silber läuft an

Der Stein übersteht die Lagerung mühelos. Die Fassung nicht unbedingt. 925er Silber reagiert mit Schwefelverbindungen aus der Luft und wird dunkel – und in einer offenen Schale geht das deutlich schneller als in einem geschlossenen Behältnis.

  • Möglichst luftdicht. Ein Zip-Beutel um das Schmuckstück, dieser dann im Stoffbeutel: verlangsamt das Anlaufen erheblich.
  • Trocken lagern. Das Badezimmer ist der schlechteste Ort im Haus – warm, feucht, und oft stehen dort auch noch schwefelhaltige Kosmetika.
  • Nicht in Holz mit offenen Poren, und nicht auf Gummi oder Filz unbekannter Herkunft. Beides kann Schwefel abgeben.
  • Vor dem Weglegen trocknen. Ein feucht abgelegtes Stück läuft im Beutel schneller an als eines im Regal.

Wie man den Belag wieder wegbekommt, steht in Labor-Rubin und -Saphir reinigen.

Unterwegs

Auf Reisen kommen zwei Risiken dazu, die zu Hause keine Rolle spielen: Alles liegt eng beieinander, und alles wird dauernd bewegt.

  • Ketten einzeln und gestreckt. Eine lose Kette im Beutel verknotet sich zuverlässig. Durch einen Trinkhalm gezogen oder an einem Kartonstück festgesteckt bleibt sie gerade – und eine Schlangenkette übersteht so die Reise, die sie sonst nicht übersteht.
  • Ohrstecker paarweise durch ein Stück Karton gesteckt, dann die Verschlüsse drauf. So geht keiner verloren und die Stifte verbiegen nicht.
  • Ins Handgepäck. Nicht wegen des Werts – der ist bei Laborsteinen gering – sondern weil aufgegebenes Gepäck geworfen wird.

Was Korund nicht braucht

Zur Beruhigung, denn im Netz steht viel Unnötiges:

  • Kein Dunkelheitsschutz. Die Farbe sitzt im Kristallgitter. Laborkorund bleicht nicht aus, auch nicht am Fensterbrett.
  • Keine Feuchtigkeitskontrolle für den Stein. Aluminiumoxid ist chemisch inert. Das gilt nur für das Metall drumherum.
  • Kein Spezialkasten. Ein teurer Schmuckkoffer schützt keinen Stein besser als ein Beutel für ein paar Cent. Er sortiert nur hübscher.

Fazit

Ein Laborkorund ist praktisch unzerstörbar – mit genau einer Ausnahme, und die liegt neben ihm in derselben Schale. Trennen Sie die Stücke, halten Sie das Silber trocken und luftarm, und lagern Sie Ketten gestreckt.

Mehr ist es nicht. Und es kostet weniger als der Stein.

Weiterlesen: Die Kette zum Anhänger zur Wahl der Kette selbst, und Ohrstecker mit Laborsteinen zu Material und Aufbau bei Ohrschmuck.

Und wenn das Silber trotz allem angelaufen ist: Der Glasfaserpinsel.

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